Wunsch geht in Erfüllung

Nach intensiver Planung, einer hilfreichen Bürgerbeteiligung und Berücksichtigungen der Interessen der beiden Ortsvereine Krieger- und Soldatenkameradschaft und Freiwillig Feuerwehr ist es nun so weit: Der Bau des Dorftreffs Kirchenlaibach auf dem Baugrundstück Bayreuther Straße 35, auf dem sich sowohl das ehemalige alte Schulgebäude als auch das Gerätehaus der Kirchenlaibacher Freiwilligen Feuerwehr befindet, kann beginnen. Das Schulhaus wurde in den letzten beiden Jahren mittlerweile zur Kindertagesstätte um- und angebaut und beherbergt seit 2024 zwei gemischte Kita-Gruppen. Vorher wurde das Gebäude als Versammlungs- und Schulungsraum der Soldaten- und Kriegerkameradschaft (KSK) und der Feuerwehr (FFW) genutzt. Eine Doppelnutzung als Kita und Vereinsdomizil wurde nicht nur förderrechtlich ausgeschlossen. Somit war ein Ersatzbau erforderlich geworden.

Beim Spatenstich Mitte März berichtete 1. Bürgermeister Christian Porsch, dass mehrere Gespräche mit den Vereinen und im Gemeinderat geführt wurden, um ein für alle akzeptables Konzept zur Nachnutzung des leerstehenden Schulgebäudes samt Neubau eines Dorftreffs zu entwickeln. Dieser soll das neue angemessene Domizil für die Vereine und Bürger sowie für die Jugend sein. In mehreren Planungstreffen mit dem paritätisch aus Vertretern der KSK und der FFW gebildeten Arbeitskreis entwickelte man gemeinsam das Projekt „Dorftreff“, nachdem man vorher das Gemeinschaftshaus in Haag besichtigt hatte. Erfahrungswerte gab es dazu auch mit dem 2019 gebauten Gemeinschaftshaus Plössen. Auf dem Grundstück waren bei der Planung die beiden Zwangspunkte Gerätehaus und Kindertagesstätte zu berücksichtigen.

Der Grundstückszuschnitt wurde maximal unter Berücksichtigung des Gebäudebestandes mit einem umlaufenden Grenzabstand von drei Metern ausgenutzt. Daraus ergab sich die U-Form des Gebäudes mit einer innliegenden Freifläche, die für Freiluftveranstaltungen, wie für ein kleines Johannisfeuer, genutzt werden kann. Der freistehende Neubau schließt sich nach einem 1,4 Meter breiten überdachten Durchgang zum bestehenden Gerätehaus im Nordwesten an. Im 12,3 mal 8 Meter großen Gebäudeteil finden ein Gerätelager/Garage mit großem Tor mit 36, ein Jugendraum mit 19,4 und ein Technikraum mit 8,5 Quadratmeter Fläche Platz. Die Südfassade zur Freifläche hin wird verkleidet, um das Tor zu kaschieren. Der Geräteraum ist ungedämmt und kann im Dachgeschoss teilweise als zusätzliches Lager genutzt werden. Im Gebäudewinkel schließt sich Richtung Westen ein Büro (13 m²), Behinderten-WC (10,4 m²) und der Vorraum (4,6 m²) zum Foyer (17,4 m²) an. Vom Foyer aus erreicht man über einen Vorraum den WC-Trakt (25 m²) und das abwinkelnde zweite Hauptgebäude mit einer Größe von 22 mal 8 Metern entlang der Südgrenze des Grundstückes. Darin befindet sich der rund 80 bis 100 Personen fassende Saal mit einer Fläche von 111 Quadratmeter. Dieser kann zu einem und zwei Drittel mittels Schiebetrennwand unterteilt werden. An der Westseite des Saales schließt sich ein Stuhllager (20 m²) und auf der Ostseite Lager und Küche (22 m²) an. Das Gebäude wird, wie auch die Kita, regenerativ mittels Abwärme aus der nahen Biogasanlage beheizt.

Die aktuellen Kosten laut Kostenberechnung des Architekturbüros Dierl aus Windischenlaibach betragen 1.576.584 Euro. Der Finanzierung des Bauprojektes kam zugute, dass sich die Bevölkerung und Gemeinde sich für dessen Aufnahme in das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) als Kernmaßnahme stark machte. Der Fördersatz beträgt aus Mitteln der Städtebauförderung 80 Prozent, insgesamt 1.240.200 Euro. Zuvor wurden über zwei Millionen Euro in die benachbarte Kita investiert. Der Spielplatz wurde zum Freimachen des Baufeldes bereits letztes Jahr verlegt. Zudem erhielt die Feuerwehr 2025 für 250.000 Euro ein neues Mehrzwecklöschfahrzeug. „Es braucht immer Menschen wie ihr es seid, die uns zu solchen Projekten wie hier dabei begleiten. Ich weiß, ihr seid heiß mit anzupacken. Wer selbst mitgewirkt hat, dann hegt und pflegt man ein selbst mit geschaffenes Gebäude besonders“, so Porsch. Eigenleistungen durch die FFW und die KSK unterstützt von den Kirchenlaibachern sind insbesondere beim Innenausbau und den Außenanlagen vorgesehen.

Der Auftrag für die Rohbauarbeiten ging an die Firma König aus Speichersdorf. Der Startschuss für die Baustelle wurde bereits mit Aufstellen des Bauzaunes und des Schnurgerüstes und einem Spatenstich, zudem die Offiziellen der Gemeinde, Vereine und die Bevölkerung mit kleinem Umtrunk eingeladen war, begonnen. Die Rohbauarbeiten sollen bis zum Sommerende erledigt sein. Die Folgegewerke werden in den nächsten Monaten ausgeschrieben und vergeben.  Die Einweihung des Dorftreffs ist für Sommer 2027 geplant.

Zum Spatenstich und anschließenden Umtrunk hieß das Gemeindeoberhaupt MdL Franc Dierl, die Mitglieder des Gemeinderates, Vereinsführungen des KSK und der FFW, Johannes Winterl von Architekturbüro und Volker Ziegler von der ausführenden Baufirma König aus Speichersdorf sowohl die Bürgerschaft willkommen. Johannes Winterl führte durch die Details der Baumaßnahme.

„Der Wunsch nach einem Dorftreff in Kirchenlaibach wurde bereits im ISEK von den Bürgerinnen und Bürgern geäußert. Ich freue mich sehr, dass wir nun loslegen können und für die Kirchenlaibacher Vereine sowie die Menschen vor Ort einen Treffpunkt mitten im Ort schaffen können. Zusammen mit der Kita im ehemaligen Schulhaus, dem Feuerwehrgerätehaus und dem Spielplatz wird dort ein schönes Ensemble entstehen. Mein Dank gilt insbesondere der Städtebauförderung für die hohe Förderung, den beteiligten Vereinen, dem Planer und dem Gemeinderat für das gute Miteinander.“