Vorreiter bei regenerativer Energieerzeugung

Die Gemeinde Speichersdorf nimmt zusammen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern eine Vorreiterrolle in Sachen Nutzung von regenerativen Energien ein. Bereits Ende der 1990er Jahre entstanden zwei Windkraftanlagen in der Nähe des Ortsteiles Wirbenz. Im Jahr 2007 der Ortsteil Guttenthau zum ersten Bioenergiedorf Oberfrankens. Heute nutzt ein Großteil der Speichersdorfer Bevölkerung regenerative Energien zur Erzeugung von Heizwärme oder Strom.

Wichtig ist der Gemeinde dabei die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aus dem Gemeindegebiet. Die Bürgerenergiegesellschaft INKAS+SOLAR GmbH & Co KG hat mit Bürgerkapital bereits mehrere PV-Freiflächenanlagen realisiert. Aber auch die Gemeinde selbst realisiert mit ihrer 100prozentigen Tochter, der Bioenergie Speichersdorf GmbH & Co KG, Projekte aus dem Erneuerbaren-Energien-Sektor.

Banner für den Bürgersolarpark
Erneuerbare Energien Speichersdorf

Bürgersolarpark Speichersdorf

In der Gemeinde Speichersdorf wird eine weitere PV-Freiflächenanlage entstehen. Das besondere an dem Projekt zum Ausbau der Erneuerbaren Energien ist, dass die Umsetzung nach dem „Speichersdorfer Modell“ erfolgt. Damit ist gewährleistet, dass die Wertschöpfung zum größtmöglichen Teil in der Region verbleibt und Bürgerinnen und Bürger direkt von der Energiewende profitieren können.

Den Betrieb des Parks übernimmt die Bürgersolarpark Speichersdorf GmbH & Co KG. Die Firma wird von regionalen Partnern getragen. Die Gemeinde Speichersdorf hat mit 51 Prozent den Hauptanteil der Gesellschaft übernommen. Die Raiffeisenbank am Kulm und die regionale Bürgerenergiegesellschaft INKAS+SOLAR GmbH & Co KG übernehmen mit je 24,5 Prozent die restlichen Kommanditisten-Anteile. Die Speichersdorf GmbH wird als 100prozentige Tochter der Gemeinde Speichersdorf den haftenden Gesellschafter (Komplementär) übernehmen. Die Finanzierung erfolgt über die Sparkasse Oberpfalz Nord und die KfW-Bank.

Bürger profitieren

Die Bürgerinnen und Bürger können ebenfalls direkt von dem Projekt profitieren. Über ein Cowd-Financing-Modell der DKB-Bank können Bürgerinnen und Bürger ein festverzinsliches Nachrangdarlehen zeichnen. Die Verzinsung beträgt 2% des eingesetzten Kapitals, die Laufzeit beträgt 10 Jahre. Nachrangdarlehen sind ab einer Summe von 250 Euro und bis zu einer Höhe von 25.000 Euro pro Person möglich. Damit sollen rund 2,6 Millionen Euro an Bürgerkapital eingesammelt werden. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Rubrik Crowdfinancing.

Eigener Speichersdorfer Stromtarif

Am Ende soll nach Aussage von Bürgermeister Christian Porsch in einigen Jahren auch ein eigener Speichersdorfer Stromtarif entstehen. Mittelfristig sei neben den Wasser- und Abwassergebühren auch ein moderater Strompreis ein wichtiger Standortfaktor für eine Kommune, ist Porsch überzeugt. Da in Speichersdorf bereits einige Erzeugungskapazität vorhanden ist, müsse sich nun Gedanken um das Verteilnetz und die Organisation eines eigenen Stromverkaufs gemacht werden, um den Bürgerinnen und Bürgern mittelfristig einen eigenen Speichersdorfer Strom zu moderaten Konditionen anbieten zu können. Der Stromtarif wird unabhängig von einer Einlage in den Bürgersolarpark buchbar sein.

Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Der neue Bürgersolarpark umfasst auf einer Fläche von rund 16 Hektar auf vorbelastetem Gebiet (vgl. Karte) neben der Bahnlinie Kirchenlaibach-Weiden und unter den bestehenden Windkraftanlagen bei Teufelhammer eine Leistung von 18,9 MWp. Damit sollen nach den Berechnungen durch Hochleistungsmodule der Firma Suntech rund 20 Millionen Kilowattstunden erneuerbarer Strom erzeugt werden. Insgesamt können damit bilanziell rund 5800 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Die Wechselrichter werden von der Firma Huawei bezogen, die Trafostationen liefert Siemens Energy und die Unterkonstruktion kommt vom deutschen Hersteller CWF. Die Bauweise des Parks ist für eine Beweidung mit Schafen geeignet. Der Anschlusspunkt für die Stromeinspeisung ist am Umspannwerk in Plössen. Der Spatenstich erfolgte am 24. Juni 2022, die Fertigstellung ist für Dezember 2022 geplant.

Über das Crowdfinancing der DKB Bank können Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Speichersdorf direkt von dem Park profitieren. Es besteht die Möglichkeit ein festverzinsliches Nachrangdarlehen zu zeichnen. Die Verzinsung beträgt 2 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von 10 Jahren. Abschlussgebühren fallen für die Einleger nicht an. Die Summe ist auf 25.000 Euro pro Person begrenzt, kann aber auf Anfrage auch erhöht werden. Nachrangdarlehen sind ab 250 Euro möglich. Die Haftung ist auf die Summe des Nachrangdarlehens begrenzt.

Insgesamt werden über dieses Beteiligungsmodell bis zu 2,6 Millionen Euro eingesammelt. Seit 30. Juli 2022 können Nachrangdarlehen gezeichnet werden. Bis zum 13. August bestand eine Vorzeichnungsphase für alle Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Speichersdorf. Das Zeichnen der Nachrangdarlehen erfolgt nach dem Windhund-Prinzip: Wenn weg, dann weg. Alle weiteren Rahmenbedingungen finden Sie hier in der Präsentation der DKB-Bank.

Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

 

Weitere Informationen

Hier finden Sie die Präsentationen, die auf der Bürgerinformationsveranstaltung am 3. Mai in der Sportarena Speichersdorf gezeigt wurden:

Weitere Informationen erhalten Sie bei Bürgermeister Christian Porsch unter 09275/988-20 oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

Photovoltaik, Biogas und Nahwärme

In der Gemeinde Speichersdorf sind im Laufe der vergangenen Jahre nicht nur zahlreiche PV-Dachanlagen enstanden. Vielmehr zeigte sich der Gemeinderat offen für PV-Freiflächenanlagen entlang der Bahnlinie Kirchenlaibach-Weiden oder auf vorbelasteten Flächen. Daneben investierten eine Reihe von Landwirten in eigene Biogasanlagen, die größtenteils ihre Abwärme durch Nahwärmenetze an benachbarte Gebäude abgeben. Auch die Kommune investierte in ein Nahwärmenetz, als Energieträger fungieren Hackschnitzel. Die kommunale Bioenergie Speichersdorf betreibt das Netz, das neben der Werner-Porsch-Schule auch das Rathaus und die Sportarena mit Heizenergie versorgt.

Energienutzungsplan für die Gemeinde

In seiner Sitzung am 5. Juni 2021 sprach sich der Gemeinderat einstimmig dafür aus, einen Energienutzungsplan für die Gemeinde Speichersdorf aufzustellen. In dem Plan sollen die Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und Erneuerbare Energien überprüft und konzeptionell weiterentwickelt werden. Bis zur Fertigstellung des Energienutzungsplanes sind weitere Anträge auf Errichtung einer PV-Freiflächenanlage zurückzustellen, befand der Gemeinderat.

PV-Anlagen auf kommunalen Dächern

Die Gemeinde Speichersdorf verfolgt konsequent den Weg, kommunale Dächer mit PV-Anlagen zu belegen und den so gewonnenen Strom möglichst umfänglich selbst zu nutzen. So wurden bereits beim Bau des Rathauses im Jahr 2000 PV-Module auf dem Rathaus-Dach installiert. Mittlerweile wurden PV-Anlagen auf der Werner-Porsch-Grundschule, auf der Sportarena (mit Speicher), der Kita am Birkenweg (mit Speicher), der Kita St. Franziskus (mit Speicher) und der Wasseraufbereitungsanlage in Haidenaab errichtet. Weitere Anlagen sind in Planung.

PV Freiflächenanlage Haidenaab
Auszeichnung Biodiversität

Wir lassen Speichersdorf erblühen

In der Mai-Ausgabe des Gemeindebriefs fanden die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde eine Blumensamenmischung. Damit wollen wir als Gemeinde einen Beitrag dazu leisten, dass Speichersdorf eine insektenfreundliche Gemeinde bleibt und im wahrsten Sinne des Wortes erblüht. „Der Klimaschutz und der Erhalt der Biodiversität liegt uns sehr am Herzen. Unterstützen Sie uns und säen Sie den Samen im Garten oder im Blumenkasten aus“, rief Bürgermeister Christian Porsch zusammen mit den beiden Klimaschutzbeauftragten Jan-Michael Fischer und Jürgen Günthner zum Mitmachen auf.

Die Blühmischung „Bienensommer“ der Saatgut Manufaktur Felger kommt auch auf den gemeindlichen Flächen zum Einsatz. Die beiden  Landschaftsgärtnerinnen der Gemeinde, Sabrina und Elisabeth Freiberger, haben auch in diesem Jahr wieder rund 2000 Quadratmeter an Blumenwiesen angelegt.

Zur Anwendung

Die Aussaat kann je nach Witterung von Anfang April bis Ende Mai erfolgen. Ausgesät werden kann in jeden gelockerten Gartenboden oder in einen Blumenkasten. Ein sonniger Standort wird bevorzugt. Diese besondere Mischung benötigt auf durchschnittlich fruchtbarem Boden keinerlei Düngung. Die Fläche zur Einsaat sollte ca. 5cm tief gelockert sein. Die Samenmenge kann durch Beigabe von Sägemehl oder Quarzsand auf das 3-5 fache des Volumens gestreckt werden. Dadurch wird eine bessere Verteilung der Samen auf die Fläche gewährleistet. Die optimale Aussaat-Tiefe beträgt zwischen 0,5
und 1,5 cm. Die ersten 3-4 Wochen sollte auf genügend Feuchtigkeit geachtet werden. Die Gemeinde Speichersdorf wünscht Ihnen viel Freude an Ihrer persönlichen Blumenwiese und einen farbenfrohen und blütenreichen Sommer.

Auszeichung für Biodiversität

Bereits im Jahr 2021 wurde das Engagement der Gemeinde Speichersdorf sowie der Gemeinden Goldkronach und Warmensteinach und der Städte Bad Berneck und Hollfeld in Sachen Artenvielfalt und Biodiversität von Umweltminister Thorsten Glauber bei einem Termin in Beerhof ausgezeichnet. Dort bewirtschaftet die Gemeinde Speichersdorf eine von mehreren Blühwiesen im Gemeindegebiet.

Bürgermeister Christian Porsch dankte für die hohe Auszeichnung, die zugleich Ansporn sei, weiterhin für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Region einzutreten. „Es geht nur gemeinsam: zusammen mit unseren engagierten Landwirten, mit dem Landschaftspflegeverband, dem Bund Naturschutz, dem FGV Speichersdorf und unseren vielen privaten Initiativen“, nahm Porsch die Auszeichnung stellvertretend für alle Engagierten entgegen. Der Bürgermeister lobte das Engagement des Bauhofs, allen voran von Andreas Bayer und Paul Dolata aus dem Bauamt.

Hier finden Sie den Link zum Bericht.

Bäume für das Gemeindegebiet

Die Gemeinde Speichersdorf legt großen Wert auf den Erhalt des Baumbestandes und sorgt mit Nachpflanzungen für Ersatz, falls Bäume bei Baumaßnahmen oder aufgrund der Verkehrssicherheit dennoch weichen müssen. Gerade durch die Anlage von Streuobstbeständen fördert die Gemeinde die Biodiversität und die nutzbare Vielfältigkeit von heimischen Obstsorten, die von den Bürgern geerntet werden können.

40 Obstbäume

Bei einer Pflanzaktion im Winter 2021 wurden beispielsweise 40 Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirchbäume auf kommunalen Liegenschaften vom LPV geliefert und gepflanzt wurden. Streuobstwiesen gehören zum festen Bestandteil der gewachsenen Kulturlandschaft, sind wertvolles Kulturgut und ein wertvoller Lebensraum. Die Gemeinde stellte dazu Gemeindeflächen in Göppmansbühl, Wirbenz, Kodlitz, Nairitz, an der Point Richtung Brüderes und nahe der B 22, teils entlang von Gemeindewegen, zur Verfügung. Gleichzeitig erhielt der Bestand einen Pflegeschnitt. In Zukunft sind weitere Pflanzaktionen zusammen mit der Werner-Porsch-Schule geplant.

Gelbes Band lädt zum Pflücken ein

Seit dem Jahr 2021 sind alle Bäume der kommunalen Streuobstwiesen mit einem gelbem Band und einem Anhänger vom Bauhof gekennzeichnet. Sie können schonend von der Bürgerschaft abgeerntet werden. Jeder darf sich handels- und haushaltsübliche Mengen von den Streuobstbäumen der Gemeinde für den Eigenverbrauch pflücken und mit nach Hause nehmen.

Natürliche Rasenmäher

Im Rahmen eines ILE-weiten Beweidungsprojekts wurden im Jahr 2021 elf Schafe auf gemeindlichen Flächen als „natürliche Rasenmäher“ eingesetzt. Zusammen mit Ziegen sollen die Tiere die schwer zu bearbeitenden Bereiche auf natürliche Weise pflegen. Betreut wird die Herde von der Haidenaaber Familie Müller, die sich dafür eigens in Triesdorf einer Schäferausbildung unterzogen hat. „Wir leisten mit dem Projekt einen weiteren Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz. Zudem sind die Tiere sicherlich ein schöner Blickfang für die vielen Spaziergänger an der Strecke. Ich danke den Anwohnern für ihr Zutrauen sowie der Familie Müller für ihr Engagement“, sagt Bürgermeister Christian Porsch. Das Projekt lief sehr gut an, sodass in den Folgejahren weitere gemeindliche Flächen von den Schafen beweidet werden sollen.

Bioenergiedorf Guttenthau

Zwei Landwirte aus Guttenthau bestritten im Jahr 2006 neue Wege. Damals gingen ihre beiden Biogasanlagen in Betrieb. Zeitgleich diskutierten sie zusammen mit der Dorfgemeinschaft, inwieweit die Abwärme ihrer Anlage sinnvoll genutzt werden könnte. Nach einigen Sitzungen war man sich einig, dass man versuchen wolle, die Abwärme der Anlagen mittels eines Nahwärmenetzes zum Heizen der 32 Haushalte im Ort zu verwenden. Nach einiger Planungszeit, vielen Gesprächen und den einzelnen Vetragsabschlüssen, konnte das Netz im Jahre 2007 in Betrieb gehen.

Seither nutzen die Bürgerinnen und Bürger von Guttenthau nahezu ausschließlich regenerative Energien zum Aufheizen ihrer Gebäude. Die Anlage liefert seitdem störungsfrei rund um die Uhr Wärme. Die Anschlusskosten und der Bau des Leitungsnetzes wurden von den Anschlussnehmern bezahlt, die dafür zehn Jahre lang kostenlos Heizenergie bezogen.

Guttenthau war im Jahr 2007 das erste Bioenergiedorf Oberfrankens und rangiert bayernweit auf Platz vier in dieser Wertung. Die Umsetzung des Projekts, die in Guttenthau auf hervorragende und gemeinschaftliche Art und Weise funktionierte, wurde in vielen weiteren Ortschaften in der Region und darüber hinaus übernommen. Somit trägt Guttenthau Modellcharakter, der bis weit über die Grenzen des Landkeises Bayreuth hinaus wirkt.

Anfang des Jahres 2008 wurden die Betreiber der Anlage zudem mit dem Innovationspreis des Landkreises Bayreuth ausgezeichnet.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Bioenergiedorf Guttenthau finden Sie auf dem speziellen Online-Portal des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Klimaschutzmanagement des Landkreises Bayreuth

Die Gemeinde Speichersdorf ist Bestandteil des Klimaschutzmanagements des Landkreises Bayreuth. Das Klimaschutzmanagement entstand nach einem bundesweiten Wettbewerb des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus der Bioenergieregion. Seit 2009 wird die Region Bayreuth mit Bundesmitteln als eine von 25 Bioenergie-Modellregionen gefördert.