Zum bereits vierten Mal beteiligte sich die Gemeinde am Tag der Städtebauförderung, der alljährlich Anfang Mai bundesweit stattfindet. Dieses Mal wählte die ISEK-Lenkungsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro UmbauStadt aus Weimar als Beteiligungsformat für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger einen StadtRundGang zu ausgewählten Projekten der Städtebauförderung in unserer Gemeinde. Das Motto lautete „Lebendige Orte, starke Gemeinschaften“. Über 40 Personen versammelten sich am Wasserturm um unter der Führung von Bürgermeister Christian Porsch sowie Inga Grube und Cornelia Dittmar von UmbauStadt einen rund zweistündigen Spaziergang zu unternehmen. Unter den Teilnehmern befanden sich mit Hikari Masuyama und Lorenz Junge auch zwei Preisträger des EUROPAN-Wettbewerbs, die eigens für die Veranstaltung aus Hamburg nach Speichersdorf gekommen waren, sowie Künstler Felix Pensel im Wasserturm mittlerweile eine Galerie eingerichtet hat.
Der Rundgang führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorbei am Gebäude der ehemaligen Gaststätte Ruhland (gegenüber der Metzgerei Lehner), das zwischenzeitlich von der Gemeinde erworben wurde und Anfang Juni abgerissen wird. Hier sollen zukünftig die Container aus der Neustädter Straße untergebracht sowie ein Einstig in den neu gestalteten Bahnhof ermöglicht werden. Über den Bahnhofsplatz verlief der Rundgang entlang von zwei neu geschaffenen Ruhebänken in der Bahnhofstraße und der katholischen Kirche zur Baustelle des Dorftreffs Kirchenlaibach. Johannes Winterl vom Architekturbüro Dierl aus Windischenlaibach erläuterte die Planungen sowie den aktuellen Baufortschritt. Derzeit laufen die Gründungsarbeiten, die Bodenplatte wird demnächst betoniert. Insgesamt investiert die Gemeinde Speichersdorf rund 1,5 Millionen Euro in einen neuen Treffpunkt für Kirchenlaibach, in dem sowohl die Vereine als auch die Bürgerschaft zusammenkommen können. Die Städtebauförderung fördert das Projekt mit 80 Prozent. Martin Heier dankte im der Freiwilligen Feuerwehr Kirchenlaibach und der Soldaten- und Kriegerkameradschaft Kirchenlaibach für die Baumaßnahme, die dringend notwendig ist, nachdem die Vereine ihr Domizil im ehemaligen Schulhaus zugunsten des Kindergartens aufgeben mussten.
Am Kinderspielplatz Mozartstraße erläuterte Bürgermeister Christian Porsch die Planungen für die Lebendige Ortsmitte. Im Bereich des Schützenheimes, der Schulstraße bis hin zur Eisbahn und des Allwetterplatzes wird im Rahmen einer Städtebaumaßnahme ab dem kommenden Jahr kräftig umgestaltet. Insgesamt sollen in drei Bauabschnitten 5,8 Millionen Euro investiert werden. Aufgrund des hohen Entsiegelungsgrades hat die Städtebauförderung bis zu 90 Prozent Zuschuss signalisiert. Entstehen sollen unter anderem ein neues multifunktionales Sportfeld, ein Beachvolleyballfeld, ein Pumptrack, ein naturnaher Kinderspielplatz (von dem erste Spielgeräte bereits in einer Vorabmaßnahme angeschafft wurden), ein Begegnungsort für alle Generationen, Sparzierwege mit Sitzgelegenheiten, ein Boule-Feld sowie ein verkehrsberuhigter Bereich rund um die Werner-Porsch-Schule. „Die Lebendige Ortsmitte ist ein Herzensprojekt. Ich freue mich sehr, dass es nun im kommenden Jahr los geht. Ohne die hohe Förderung aus den Mitteln der Städtebauförderung wäre dieses Großprojekt für uns nicht leistbar“, dankte Bürgermeister Christian Porsch.
Auf großes Interesse stieß die Baustellenführung durch die neue Offenen Ganztagsschule (OGTS). Architektin Stephanie Stelzl vom Büro Schultes aus Grafenwöhr gab einen Einblick in die derzeit laufende Baumaßnahme, die sowohl im Kosten- als auch im Zeitplan ist. Mit Beginn des kommenden Jahres soll das helle und freundliche Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden. Dann stehen den Kindern ein Leseland, Ruhe- und Gestaltungsräume, ein Kinderestaurant, Hausaufgabenbereiche sowie Musikräume zur Verfügung. Herzstück ist die große lichtdurchflutete Mensa sowie die eigens errichtete Zubereitungsküche. Insgesamt investiert die Gemeinde zehn Millionen Euro in die Ganzbetreuung der Kinder, eine gesetzliche Vorgabe des Bundes. Die Förderung beträgt rund 60 Prozent. Zum Abschluss des „StadtRundGangs“ erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch Informationen zur derzeit laufenden Baumaßnahme an der Halle West, die für rund eine Millionen Euro (80 Prozent Förderung) zu einem Jugendtreff umgebaut wird, sowie zur Festhalle. Dank des EUROPAN-Wettbewerbs gibt es eine gute Perspektive das ortsbildprägende Gebäude zu erhalten. Entscheiden wird darüber der Gemeinderat in seiner Sitzung am 8. Juni, wie Porsch verdeutlichte.
Vor der Festhalle erwartete die Besucherinnen und Besucher bei bestem Wetter eine Ausstellung zu den EUROPAN-Gewinnern sowie ein Impro-Café. Auf dem Platz vor dem Brunnen wurden dafür eigens Tische aufgestellt. Die Schlaganfallselbsthilfegruppe um den Vorsitzenden Rudi Heier sowie Angela Fraunholz mit ihrem Team sorgte mit selbst gebackenen Kuchen und warmen Wienern für das leibliche Wohl. Sogar Aperol befand sich im vielfältigen Angebot. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass sich der Platz sehr gut für ein Café eignen würde. Dieser Gedanke fand sich auch oft auf den Ideen-Karten, die rege ausgefüllt wurden. „Der StadtRundGang war eine gute Gelegenheit, die Ortsentwicklung hautnah zu erleben, mehr über aktuelle Bauprojekte zu erfahren und miteinander ins Gespräch zu kommen“, resümierte Bürgermeister Christian Porsch. Er dankte für die rege Teilnahme sowie der Schlaganfallselbsthilfegruppe für die Bewirtung des Impro-Cafés.


