Generalsanierung der Schule nimmt Formen an

Während die eine große rund zehn Millionen Euro teure Hochbaustelle noch andauert, bringt der Gemeinderat bereits das nächste 18-Millionenprojekt ins Laufen. Er befasste sich in seiner Junisitzung mit der Generalsanierung und Erweiterung der Werner-Porsch-Grund- und Mittelschule. Die Planung stellte Architektin Stephanie Stelzl vom Architektur- und Ingenieurbüro Schultes aus Grafenwöhr dem Gremium vor. Eingangs betonte Bürgermeister Christian Porsch, dass die Generalsanierung des Schulzentrums zu den vordringlichsten Aufgaben der Gemeinde in den kommenden Jahren zählt. Der Schulkomplex wurde 1955 errichtet und in den Jahren 1965, 1968, 1975 und zuletzt 1996 erweitert. Große Sanierungsmaßnahmen fanden seit Bestehen nicht statt. Lediglich die Fenster wurden erneuert und ein Teil des Gebäudes zur Tagespflegeeinrichtung umfunktioniert. Er erinnerte an die Ratsentscheidung im Jahr 2021, in der grundsätzlich die Notwendigkeit zur Schulsanierung festgestellt und gleichzeitig die Einführung einer Ganztagesbetreuung im Grundschulbereich beschlossen worden war. 2023 erfolgten die Vergaben der Planungsarbeiten sowohl für die Schulsanierung als auch für den Bau der Offenen Ganztagsschule (OGTS) an das Büro Schultes.

Vorabmaßnahmen am neuen Eingang

Im Zuge des 2025 gestarteten OGTS-Neubaus wurden im Vorlauf bereits der neue Schulhaupteingang, Lager- und Technikräume, die Erneuerung der Heizverteilung samt Heizraumsanierung begonnen. Die Gemeinde hat mittlerweile bereits Zuwendungsbescheide über 2,9 Millionen und 507.000 Euro für den 1. Bauabschnitt erhalten, sodass für den laufenden Haushalt weniger Zwischenfinanzierung notwendig ist. Es ist geplant den Förderantrag für das Gesamtprojekt zu stellen, die Umsetzung jedoch aber einzeln nach geplanten Bauabschnitten separat zu beantragen. Damit können die finanziellen Unabwägbarkeiten bei Kostensteigerung und Änderung der Kostenpauschalen minimiert werden. Diese schrittweise Umsetzung führt jedoch dazu, dass die Gewerke einzeln je Bauabschnitt ausgeschrieben und vergeben werden müssen und verschiedene Firmen am gleichen Folgegewerk möglich sind. Die Generalsanierung wird mit 65 Prozent durch den Freistaat gefördert. Der Außenbereich wird im Rahmen der Städtebauförderung mit 80 bis 90 Prozent über das Projekt „Lebendige Ortsmitte“ bezuschusst. Zur Gesamtmaßnahme zählt auch die bis Ende 2027 abgeschlossene Sanierung der Halle West mit Umbau zum Jugendtreff. Die Herstellung des Schulhofes ist der letzte Schritt der Generalsanierung.

Mehrere Bauabschnitte

Architektin Stefanie Stelzl gab einen Überblick über den Bauzeitenplan und Abfolge der Sanierungsschritte des Schulzentrums von Ost nach West. Der bereits angelaufene Bauabschnitt mit neuem Haupteingang und Haustechnik wird Ende 2026 fertiggestellt und nutzbar. Es folgt der Umbau der Klassenzimmer und der Bau des neuen Überganges vom Bestand in die neue OGTS. Der Bauabschnitt 2 betrifft den Mittelschul- und Verwaltungstrakt, der für Frühjahr 2028 bis Jahresende eingetaktet ist. Im Bauabschnitt 3 steht die Sanierung des östlichen Teils der Grundschule beginnend im Frühjahr 2030 mit einem Jahr Bauzeit an. Die Generalsanierung wird mit dem 4. Bauabschnitt, der den westlichen Teil der Grundschule betrifft, im Bauzeitraum Frühjahr 2031 bis Frühjahr 2032 abgeschlossen. Die Sanierung umfasst Fassade, Fenster, Böden, Wände und Decken, Türen und sanitäre Anlagen. Der Übergang von der Grund- zur Mittelschule und Anbindung an die OGTS erfolgt barrierefrei über eine lange Rampe entlang der Lernlandschaft, die mehrere Treppen überflüssig macht. Treppenlifte werden damit vermieden. Die gesamte Planung ist mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises abgestimmt. Die Eingriffe in den Bestand werden möglichst gering gehalten. Während der gesamten Bauzeit ist der laufende Schulbetrieb durch Umzug in Ausweichräume gewährleistet. Der Einbau einer zentralen Belüftung für alle Schulräume konnte mangels zu geringer Raumhöhen nicht erfolgen. Das Lüftungskonzept sieht dezentrale Lüfter für die einzelnen Räume vor.

Sanierung bei laufendem Betrieb

Porsch ergänzte, dass alle Klassen während der Umbaumaßnahmen im Schulgebäude untergebracht werden. Die Anmietung von weiteren Behelfscontainern ist nicht erforderlich. Der als abgeschlossene quadratische Box in die Festhalle eingebaute Mehrzweckraum schließt sich an den östlichen Schulgebäudeteil an. „Die Festhalle selbst ist nicht Bestandteil der Schulsanierung, sondern soll über die Städtebausanierung gefördert werden. Der neue geplante Zugang zur Festhalle befindet sich auf der Ostseite im jetzigen Bühnenbereich. Alle bisherigen Nutzer der Festhalle werden Unterkunft finden. Uns mangelt es nicht an Räumen“, versicherte Porsch.

Über 20 Millionen Euro Sanierungskosten

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 18,98 Millionen Euro brutto zuzüglich neuem Eingang mit 2,95 Millionen Euro brutto. Sie teilen sich auf die Bauabschnitte I mit 3,12 Mio. Euro, II mit 8,43 Mio. Euro, III 4,1 Mio. Euro und IV 5,8 Mio. Euro auf. Die Außenanlagen sind nicht beinhaltet. Alle bis Bauende zu erwartenden Kostensteigerungen sind bereits eingepreist. Insgesamt investiert die Gemeinde mit Außenanlagen geschätzte 25 Millionen Euro in Bildung des Gemeindenachwuchses. Der Gemeinderat nahm den Sachvortrag zur Sanierung und Erweiterung des Schulzentrums des Architekturbüros Schultes zur Kenntnis und beschloss einstimmig die Umsetzung der Maßnahme. Die Verwaltung wurde beauftragt den entsprechenden Förderantrag für die ersten Bauabschnitt bei der Regierung von Oberfranken zu beantragen.

Text: Arnold Koch

Visualisierung: Ingenieurbüro Schultes, Grafenwöhr
Visualisierung: Ingenieurbüro Schultes, Grafenwöhr