Hohe Auszeichnung für den Bürgersolarpark Speichersdorf: Aus den Händen von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erhielten Bürgermeister Christian Porsch, Peter Porsch von der Raiffeisenbank am Kulm, Jürgen Günthner als Vertreter der Bürgerenergiegesellschaft INKAS sowie Andreas Kätzel, Geschäftsführer der Bürgersolarpark Speichersdorf GmbH & Co KG, im Rahmen einer kleinen Feierstunde in München den Bayerischen Energiepreis 2026 in der Kategorie Kommunale Energiekonzepte verliehen. Ausgezeichnet wurden neun Projekte in sechs Kategorien.
„Mit dem Energiepreis machen wir sichtbar, was für das Gelingen der Energiewende entscheidend ist: mutige Ideen, technologische Spitzenleistungen und praxistaugliche Lösungen. Die Auszeichnung schafft Aufmerksamkeit für Projekte, die Energie effizienter nutzen, Erneuerbare Energien intelligenter integrieren und neue Wege für eine nachhaltige Versorgung aufzeigen,“ so Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Die hohe Anzahl der Bewerbungen zeige, wie viel Innovationskraft und Engagement für den Einsatz Erneuerbarer Energien in unserem Land steckt. „Die Energiewende wird nicht durch eine einzelne Technologie gewonnen, sondern durch viele innovative Lösungen aus Forschung, Wirtschaft und Kommunen. Die Preisträger sind Vorbilder, Ideengeber und Wegbereiter für eine klimafreundliche und zukunftssichere Energieversorgung in Bayern. Darauf können Sie zurecht stolz sein und das wurde heute entsprechend gewürdigt,“ so der Minister weiter.
Das Bayerische Wirtschaftsministerium verleiht den Bayerischen Energiepreis seit 1999 alle zwei Jahre und würdigt damit herausragende Leistungen rund um Energieeinsparung und erneuerbare Energien. Insgesamt sind 200 Bewerbungen von Unternehmen, Kommunen, Planungsbüros und Institutionen mit Sitz oder Projektstandort in Bayern eingegangen. Von einer Fachjury wurden in Abstimmung mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium neun Projekte ausgewählt. Neben dem Bürgersolarpark Speichersdorf erhielten unter anderem die Firmen Max Bögl, BMW und Eon oder Canon Auszeichnungen für ihr Engagement.
Zum Projekt:
Die Gemeinde Speichersdorf hat in Kooperation mit der Raiffeisenbank am Kulm eG und der Bürgerenergiegesellschaft INKAS+SOLAR GmbH & Co. KG einen Photovoltaik-Freiflächenpark auf einer circa 16 Hektar großen Fläche errichtet.
Das als „Speichersdorfer Modell“ bezeichnete Betreiberkonzept sichert der Kommune eine strategische Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent und damit die Mitbestimmungsmöglichkeit sowie den Verbleib der Wertschöpfung in der Region. Die Finanzierung basierte maßgeblich auf einem Crowdfunding-Modell mit einer niedrigen Mindestbeteiligung von 250 Euro, um eine breite gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Das Nachhaltigkeitskonzept der Freifläche integriert zudem eine landwirtschaftliche Schafbeweidung zur Grünlandpflege. Zur Fortführung der kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie wurde in der Gemeindeverwaltung eine dauerhafte Personalstelle für Klimaschutz geschaffen. Zukünftig sind die Einführung eines Regionalstromtarifs sowie die technologische Nachrüstung des Parks mit einem Batterie- oder Wasserstoffspeicher geplant.
Projektergebnis
Der Anfang März 2023 in Betrieb genommene Solarpark verfügt über eine Spitzenleistung von 19 MWp und erzeugt bilanziell die Menge an Strom, die dem Gesamtverbrauch des Gemeindegebiets inklusive Industrie und Gewerbe entspricht.
Über das Crowdfunding wurden mehr als 1,1 Millionen Euro an lokalem Bürgerkapital generiert, was zu einer hohen Akzeptanz und einstimmigen Gemeinderatsbeschlüssen führte. Die Beweidung durch einen örtlichen Schäfer reduziert den Kraftstoffeinsatz für die maschinelle Pflege. Durch die geschaffene Personalstelle sind Nachhaltigkeitsthemen dauerhaft in der Verwaltung verankert, während die Mehrheitsbeteiligung der Kommune langfristige Einnahmen und wirtschaftliche Wertschöpfung für die Gemeinde sichert. So wurde unter anderem vom Gemeinderat beschlossen, die Akzeptanzabgabe des Parks für das Jahr 2025 in Höhe von 20.000 Euro für die Seniorenarbeit in der Gemeinde zu verwenden.


