Defi für den Speichersdorfer Süden

Der Siedlungsbereich südlich der Bahnlinie verfügt seit neuestem über einen hochmodernen Defibrillator (Defi), mit dem bei plötzlich auftretenden Herz- und Kreislaufattacken erste und überlebenswichtige Hilfe geleistet werden kann. Am Mittwochabend trafen sich der 1. Vorsitzende des TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf Manfred Porsch, 1. Bürgermeister Christian Porsch, AED-Instruktor Karl Bernet vom Bayerischen Roten Kreuz und Tobias Hofmann, Entwicklungsmanager der ILE Frankenpfalz im Fichtelgebirge zur formellen Defi-Übergabe. Das mit einer Handy-Sim-Karte ausgestattete Gerät ist in einem Gehäuse außen am Nebengebäude des TSV-Sportheimes in der Jahnstraße angebracht und für jedermann zugänglich.

„Wenn das Herz in eine lebensgefährliche Rhythmusstörung gerät oder aussetzt, soll ein Defi mittels Elektroschocks das Kammerflimmern durchbrechen und reanimieren. Er sorgt im Herz zunächst einmal für Ruhe, indem er alle Erregungen unterbricht. Dadurch hat das Herz die Chance, wieder einen geordneten Herzschlagrythmus zu beginnen“, erläuterte Karl Bernet die Funktionsweise. Nach Drücken des Alarmknopfes am Defi-Kasten wird eine Funkverbindung zur Integrierten Leitstelle (ILS) aufgebaut. Der dann frei zugängliche Defi ist nach dem Öffnen selbsterklärend. Per Sprachausgabe gibt er dem Benutzer genaue Anweisungen, was er zu tun hat. Es fordert den Benutzer auf, die zwei Klebeelektroden am Patienten anzubringen. Dann analysiert das Gerät den Zustand des Patienten, misst selbständig die Herzströme, wertet aus, ob ein Kammerflimmern vorliegt. Der Defi zeigt an, ob ein Elektroschock nötig ist und gibt dem Benutzer weitere Anweisungen den Elektroschock per Knopfdruck auslösen und mit der Herzdruckmassage nach vorgegebenen Rhythmus zu beginnen. Die Anwendung des Defibrillators vervielfacht die Überlebenschance bei einem Herz- und Kreislaufstillstand.

Derzeit sind 300 im BRK-Gebiet Bayreuth-Kulmbach, davon 80 fernüberwachte Defis, beschafft worden. Die neueste Defi-Generation ist überwacht, funktionsgeprüft und ständig einsatzbereit. Erster Bürgermeister Christian Porsch lobte die Entscheidung des TSV den Defi anzuschaffen: „Dies ist der 14. Defi in unserer Gemeinde. Wichtig ist, dass auch für unsere rund 700 südlich der Bahn wohnenden Bürger, Zuschauer und Sportler ein Gerät zur Verfügung steht“. Über die Defi-Standorte kann man sich hier informieren.

Manfred Porsch bedankte sich bei der ILE für die Defi-Bezuschussung in Höhe von 2.800 Euro und bei der Gemeinde, die die künftigen Wartungs- und Unterhaltskosten übernimmt. Der Verein erstellte die notwendigen Anschlüsse selbst. Das Gerät wird von TSV-Mitglied Thomas Stock betreut. Tobias Hofmann berichtete, dass die Defi-Beschaffung mit 80 Prozent der Nettokosten durch das Regionalbudget der ILE gefördert wird und eines von 18 laufenden Jahresprojekten ist. Anschließend erfolgte die erste Einweisung von TSV-Mitgliedern in die Defi-Anwendung. Weitere Schulungen der Aktiven mit dem Gerät sind bei Bedarf möglich.

Bild und Text: Arnold Koch

Von links: 1. Bürgermeister Christian Porsch, Karl Bernet, Manfred Porsch, Tobias Hofmann. Foto: Arnold Koch
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