Mit einer Sondersitzung mit Ehrungen schloss die Gemeinde die am 1. Mai ablaufende Wahlperiode des Gemeinderates ab. Die Kommune wächst und bleibt erfolgreich.
Zur letzten, aber feierlichen Sondersitzung der ablaufenden Wahlperiode traf sich am Montagabend der Gemeinderat zum kurzen Sechsjahresresümee und Ehrungen. „Wir stehen heute am Ende einer sechsjährigen Wahlperiode, die von großem Miteinander, vielfältigen und oft nicht einfachen Themen und Entscheidungen geprägt war. Bei den oft auch hitzigen Debatten und Endscheidungen hatten wir immer das Wohl der Bürgerschaft im Blick“, bestätigte Bürgermeister Christian Porsch in seiner Zusammenfassung der sechs Amtsjahre des Gremiums. Sein Fazit zum Erreichten war umfangreich.
Er verwies zunächst auf die vielen Baumaßnahmen, die angestoßen und vollendet wurden. Dazu zählten die Erweiterung und Sanierung der Kläranlage, Schaffen von 72 neuen Kita-Plätzen, Bau der Offenen Ganztagsschule, Ausweisung und Erschließung von Baugebieten, Wasser- und Kanalbauvorhaben mit Tiefbrunnensanierung, Neubau der Wirbenzer Kulturscheune und Umsetzung der ersten Projekte im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK). Besonderes Augenmerk lag vor allem auf dem energetischen Umbau weg von fossilen, hin zu regenerativen Energien mit PV-Dachanlagen auf kommunalen Gebäuden, Bau des Bürgersolarparks und des Nahwärmenetzes in Speicherdorfs Zentrum sowie Entwicklung der Windenergie mit Sicherung zukünftiger Zusatzeinnahmen für die Gemeindekasse. Auch die Gewerbesteuereinnahmen verdoppelten sich. „Wir sind wieder auf dem dritten Platz im Landkreis Bayreuth bei der Einwohnerzahl und Umlagekraft. Erstmals seit 18 Jahren haben wir wieder mehr als 6.000 Einwohner“, so Porsch.
Die künftige hausärztliche Versorgung ist mit zwei Ärztinnen sichergestellt. Acht Ministerbesuche zeigten den Stellenwert der Kommune in Bayern. Herausforderungen und Krisen waren mit dem ersten Bürgerentscheid der Gemeinde, der Ansiedelung von Flüchtlingen in zwei Unterkünften, Insolvenz der Ziegler Group samt Auswirkungen auf das Wohnbauprojekt „Am Laibacher Weg“ oder der Entscheidung der Firma Rosenthal die Porzellanproduktion in Speichersdorf einzustellen, zu meistern. „Wir haben ein gutes Miteinander im Gemeinderat, Verwaltung, Bauhof und Schule. Die Erfolge der letzten sechs Jahre ist unser aller Verdienst“, fasste der Rathauschef die gute Zusammenarbeit aller zusammen. Er erinnerte an das Ausscheiden von Karl-Heinz Sehnke und Jan Fischer aus dem Gemeinderat. Dafür rückten Tanja Scherm und Markus Neubauer nach. 85 Gemeinderats- 31 Bauausschuss- und 25 weitere Ausschusssitzungen sowie 13 Aussprachen in der ISEK-Steuerungsgruppe sowie Besprechungen der Fraktionssitzungen fanden statt. Mit einem Blumenstrauß dankte er der Seniorenbeauftragten Margit Kaiser und Behindertenbeauftragten Markus Vogel für ihr ehrenamtliches Engagement. Sein abschließender Dank galt auch seinen beiden Stellvertretern Rudi Heier und Franc Dierl.
In guter Tradition ehrten die drei Bürgermeister mit Laudatio von Porsch eine ausscheidende Gemeinderätin und fünf -räte sowie zwei Ortssprecher.
Ortssprecher
Nachdem die ehemals selbständige Gemeinde Plössen/Selbitz zu Beginn der Wahlperiode 2020-2026 nicht mehr im Gemeinderat vertreten war, wurde bedingt durch die Corona-Pandemie im September 2020 Heiko Adelhardt von der Bürgerschaft beider Orte einstimmig zum Ortssprecher gewählt. Sein Einsatz galt dem Dorfgemeinschaftshaus, Kapelle und Spielplätzen, seinen weiteren Ehrenämtern beider Orte und regelmäßigen Besuchen der Bauausschusssitzung. Nachdem die beiden Orte durch den in Selbitz wohnenden Bürgermeister Christian Porsch künftig vertreten werden, schied Adelhardt aus dem Gremium aus. Laudatio ansehen.
Norbert Nickl vertrat als Ortssprecher den Ortsteil Nairitz/Kodlitz. Nicht mit lauten Tönen aber sachlich und fundiert waren seine Beiträge im Gremium und bei Bauausschusssitzungen. Die beiden Ortschaften vertritt künftig Alexander Kraus. Beide Ortssprecher setzten sich für die Belange ihrer vertretenen Ortsteile und ihrer Bürgerschaft mit großem Ehrenamtseinsatz ein. Sie erhielten als Anerkennung je eine Ehrenurkunde mit Creußener Blumenkrug, die beiden Ehefrauen je einem Blumenstrauß. Laudatio ansehen.
Gemeinderatsmitglieder
Ursula Hörath (UBV) wurde als ordentliches Mitglied am 15. März 2020 in den Gemeinderat gewählt. Sie hatte auch Sitz und Stimme im Haupt-, Rechnungsprüfungs-, Sozial- und Finanzausschuss und engagierte sich als Jugendbeauftragte der Kommune. Sie organisierte und führte Fahrradtouren im Rahmen des kommunalen Ferienprogramms und gab Geflüchteten Sprachunterricht. Laudatio ansehen.
Der aus beruflichen Gründen abwesende Johannes Frank (UBV) war sechs Jahre Ratsmitglied und brachte sich im Bau- und Umweltausschuss, der ISEK-Lenkungsgruppe sowie als Naturschutzbeauftragter der Gemeinde ein. Er war Stimme der Landwirtschaft und engagiert sich als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und der Flurbereinigung. Laudatio ansehen.
Bernhard Stahl (CSU) gelang 2020 ein Comeback in den Gemeinderat, nachdem er bereits 1996 bis 2003 dessen Mitglied und auch für kurze Zeit 3. Bürgermeister war. Seine berufliche Erfahrung brachte er neben dem Gemeinderat auch im Haupt- und Finanz- sowie Rechnungsprüfungsausschuss samt Bewerbungskommission in seiner sachlich ruhigen Art ein. Bereits 2003 ehrte ihn die Gemeinde mit dem Ehrenkrug. Laudatio ansehen.
Gerd Zetlmeisl (CSU) war seit 2008 Gemeinderat, Mitglied des Bau- und Umweltausschusses. Als gebürtiger Kirchenlaibacher hatte er immer sein Ohr an den Sorgen und Wünschen der Bürgerschaft seines Ortes. Sein Einsatz galt auch den kommunalen Baumaßnahmen im Ort. Die Kommune ehrte ihn 2017 mit dem Ehrenkrug. Laudatio ansehen.
Hans Schmid (FWG) gehörte seit 2002 24 Jahre lang dem Kommunalparlament an und setzte sich besonders für die Belange der Kinder und Jugendlichen und guter ärztlicher Versorgung der Bürgerschaft ein. Er war zudem Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses, von 2008 bis 2014 dritter Bürgermeister. In Erinnerung bleiben werden die von ihm vorgetragenen Geschichten zum Innehalten und Nachdenken in den Weihnachtssitzungen. Der Freistaat Bayern ehrte ihn 2020 mit der Kommunalen Dankurkunde. Die Gemeinde würdigte 1997 seinen ehrenamtlichen Einsatz mit dem Ehrenkrug, 2012 mit der Ehrenmedaille in Bronze und 2022 in Silber. Laudatio ansehen.
Rudi Kirchberger (UBV) ist mit 30 Jahren Gemeinderatstätigkeit in Speichersdorf sowie weiteren zwei Jahren im Kastler Gremium ein kommunalpolitisches Urgestein. Er zog erstmals 1996 in den Gemeinderat noch im alten Rathaus in der Kemnather Straße ein, war 1996 bis 2008 und 2014 bis 2020 Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, 1996 bis 2008 im Rechnungsprüfungsausschuss und dessen Vorsitzender von 2002 bis 2008. 2020 war er im Bau- und Umwelt- sowie Sozialausschuss vertreten. Mit seiner Haltung, Geradlinig- und Hartnäckigkeit verfolgte er wichtige Ziele zum Ausbau der Infrastruktur für`s Fahrrad, dem Ausbau erneuerbarer Energieformen und des Umwelt- und Klimaschutzes. Sein großes ehrenamtliches Engagement würdigte der Freistaat 2013 mit der Kommunalen Dankurkunde des Freistaates Bayern und der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze in 2020. Bislang verzichtete er auf kommunale Ehrungen. Laudatio ansehen.
Alle ausscheidenden Ratsmitglieder erhielten jeweils eine Dankurkunde der Gemeinde und je nach Wunsch ein Erinnerungspräsent oder Gutschein samt Blumengruß für die Ehefrauen oder -mann. Anschließend waren die Ratsmitglieder und Geehrten zu einem kleinen Stehempfang im Saalfoyer mit Speis und Trank eingeladen. Vom Bürgermeister gab`s ein Faß Bier.
Die konstituierende Gemeinderatssitzung des neuen Gremiums findet am 11. Mai um 18.30 Uhr im Rathaus statt.

