Schnelle medizinische Hilfe im Notfall

Die Gemeinde Speichersdorf plant zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Speichersdorf die Einrichtung eines „First Responder“, eine Art in die örtliche Feuerwehr integrierter „Helfer vor Ort“ für den Gemeindebereich. Das Konzept stellten Peter Bock und Patrick Pfau von der Freiwilligen Feuerwehr Speichersdorf vor. Zum Tagesordnungspunkt begrüßte Porsch auch den Geschäftsführer des Zweckverbandes Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayreut-Kulmbach, Harald Burkhardt. Als „First Responder“ (Helfer vor Ort) bezeichnet man speziell ausgebildete ehrenamtlich tätige Feuerwehrkräfte, die bei medizinischen Notfällen parallel zum regulären Rettungsdienst alarmiert werden. Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes, um die Überlebenschancen bei kritischen Zuständen, wie Herz-Kreislauf-Stillstand, deutlich zu erhöhen. Nachdem die Entfernungen per Luftlinie nach Bayreuth 18, Kemnath 8, Fichtelberg 15 und Neusorg 16 Kilometer betragen, können zeitkritische Notfälle von schneller Erstversorgung profitieren. Das von der Ortswehr getragene ehrenamtliche und durch Spenden finanzierte System wird durch die Gemeinde und den Feuerwehrverein samt Aktiven unterstützt und in die Integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach eingebunden. Das zeitliche Startmodell reicht von 18 bis 6 Uhr werktags und am Wochenende, feiertags ganztägig mit Ziel 24/7. Die rein ehrenamtlich Tätigen rekrutieren sich vielfach aus medizinischen Fachangestellten mit Mindestqualifikation Sanitätshelfer. Die Mindestfortbildung pro Jahr beträgt vier Stunden. Als Anfangskapital für Fahrzeug, Funkausstattung, medizinische und persönliche Ausrüstung werden rund 40.000 Euro benötigt, die durch Spenden aufgebracht werden sollen. Die geschätzten jährlichen Unkosten betragen rund 4.500 Euro. Für die Qualifikation als Sanitätshelfer sind 500 Euro pro Ehrenamtlichen zu rechnen. Bisher sagten bereits 15 Ehrenamtliche ihre Mitarbeit zur schnellen Hilfe bei Notfällen hauptsächlich in der Gemeinde zu. Nach eingehender Diskussion stimmte der Gemeinderat dem Konzept und der Einrichtung eines „First Responder“ einstimmig zu.