Wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz

Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger,

die Gemeinde Speichersdorf beabsichtigt bereits seit mehreren Jahren die Kläranlage Speichersdorf zu erweitern und an die aktuellen Ansprüche anzupassen. Vor allem durch das stetige Wachstum unserer Gemeinde und durch den Anschluss zahlreicher Ortsteile an die zentrale Kläranlage ist die im Jahr 1989 errichtete Bestandsanlage zu klein geworden. Die gesetzlichen Vorgaben an die Abwasserbeseitigung haben sich in den letzten 30 Jahren ebenfalls stark verändert.

Mit der dringend notwendigen Kläranlagenerweiterung und -sanierung leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, zum Arbeitsschutz und erfüllen die wasserrechtlichen Vorgaben. Wir konnten vom Freistaat Bayern und dem Bund dafür Zuschüsse in Höhe von 1,9 Mio. Euro sichern. Leider hat die Baumaßnahme auch ihren Preis: Die Kosten belaufen sich nach erfolgter Ausschreibung auf 10,8 Mio. Euro. Nach intensiver Diskussion hat sich der Gemeinderat dazu entschlossen, die Kosten zu 80 Prozent auf Verbesserungsbeiträge und 20 Prozent auf Gebühren umzulegen.

Sicher, keiner von uns zahlt gerne Steuern, Beiträge und Gebühren. Dennoch sind sie wichtig, um die Infrastruktur in unserer Gemeinde aufrecht zu erhalten. Und Sie, liebe Nutzerinnen und Nutzer des zentralen Abwassersystems, profitieren von der Maßnahme. Das Abwasser verschwindet bei Ihnen im Abfluss und wir kümmern uns als Gemeinde um die fachgerechte Entsorgung und umweltverträgliche Reinigung. Mit unserer neuen Kläranlage profitiert auch die Umwelt. Und das doppelt: Zum einen fließt das Abwasser sauber in unsere Bäche, zum anderen produziert unsere neue Kläranlage durch den Faulprozess und ein Blockheizkraftwerk eigenen Strom und Wärme. Dadurch werden Folgekosten gespart.

Glauben Sie mir, die Umsetzung des Projekts war für uns alle ein hartes Stück Arbeit und hat uns sehr in Anspruch genommen. Die Entscheidungen wurden nicht leichtfertig getroffen. Die Investition in die Kläranlage Speichersdorf ist eine Investition in die Zukunft von der wir alle etwas haben!

Ihr/Euer

Christian Porsch
1. Bürgermeister

Erklärvideo

Ansprechpartner

Wenn Sie noch weitere Fragen zum Thema Kläranlage haben, wenden Sie sich bitte an unsere direkten Ansprechpartner im Rathaus.

Thorsten Leusenrink
Tel.: 09275/988-22

Michaela Hösl
Tel.: 09275/988-23

Der lange Weg zur Kläranlage

Der Grundstein zur Kläranlagensanierung wurde bereits im Jahr 2008 gelegt. Damals beauftragte der Gemeinderat das Ingenieurbüro Wolf aus Kemnath damit, erste Vorplanungen für eine Erweiterung der im Jahr 1989 in Betrieb genommen Kläranlage (Ausbaugröße: 4.999 Einwohnergleichwerte) neben dem Speichersdorfer Flugplatz vorzunehmen. Mit der Realisierung sollte gewartet werden, bis das Abwasserkonzept der Gemeinde Speichersdorf umgesetzt wurde und der Anschluss der Ortsteile Plössen, Guttenthau/Rosenhof, Roslas, Ramlesreuth Nairitz/Kodlitz und Brüderes an die zentrale Kläranlage erfolgte. Im Laufe der Planungen wurden mehrere Ausbauvarianten gegenübergestellt, im Gemeinderat diskutiert und zuletzt im Juni 2020 auch nochmals intensiv mit einem Anschluss an die Kläranlage Kemnath verglichen.

Faulung hilft Betriebskosten zu senken

Die gesetzlichen Vorgaben haben sich im Laufe der Jahre gewandelt. Mitten in den fertigen Planungsentwurf hinein wurden die Vorgaben an die Phosphat-Reinigung verschärft, sodass im Jahr 2018 eine grundlegende Umplanung und der Einbau einer Phosphat-Elemination erforderlich wurden. Die vom Gemeinderat gewählte Ausbauvariante umfasst eine Erweiterung auf 8.000 Einwohnergleichwerte sowie eine Abwasserbehandlung mittels einer sog. „anaerober Schlammstabilisierung“. Dies bedeutet, dass durch Faulung aus dem vorhandenen Klärschlamm Klärgas erzeugt wird. Ähnlich wie in einer Biogasanlage wird durch ein Blockheizkraftwerk daraus Strom und Wärme für den Betrieb der Anlage gewonnen. Weiterer Vorteil ist, dass sich das Volumen des Klärschlamms dadurch nochmals deutlich reduziert. Damit können die Betriebskosten der Kläranlage dauerhaft gesenkt werden.

Spatenstich im November 2020

Nachdem das Wasserwirtschaftsamt im August 2020 nach mehrjähriger Prüfung die baurechtliche Freigabe erteilt hat, wurden im Oktober die Baumaßnahmen am neuen Betriebsgebäude durch den Gemeinderat an die heimischen Firmen König und Nachtmann vergeben. Der Spatenstich erfolgte Anfang November. Die Lose Bautechnik, Maschinentechnik, Faulbehälter, Gasaufbereitung und Blockheizkraftwerk sowie Elektro-, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (EMSR) wurden im Zeitraum von Dezember 2020 bis Februar 2021 europaweit ausgeschrieben. Die Ausschreibungsergebnisse belaufen sich für die Gesamtbaumaßnahme inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer auf 10.778.021,26 Euro. Die Kostensteigerungen wurden von den Planern der ARGE Kläranlage Speichersdorf vor allem mit der guten Baukonjunktur und der damit verbundenen geringen Nachfrage bei der Ausschreibung sowie den gestiegenen Rohstoffpreisen begründet. Die Bautechnik wird von der Firma Bauer aus Erbendorf, die Maschinentechnik von der Firma ELIQUO STULZ GmbH aus Grafenhausen, die Faulbehälter, Gasaufbereitung und Blockheizkraftwerk von der Firma ZWT aus Bayreuth sowie die Steuerungstechnik von der K+B E-Tech GmbH & Co. KG aus Cham ausgeführt.

Über drei Jahre Bauzeit

Die Baumaßnahmen finden bei laufendem Betrieb statt und werden bis ins Jahr 2023 hinein andauern. Je nach Baufortschritt soll Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, die Möglichkeit eröffnet werden, bei einem Tag der offenen Tür die Baumaßnahmen zu begutachten. Zudem informieren wir Sie auf unserer Homepage, im Kommunenfunk und auf unserer Facebook-Seite regelmäßig über den Bauverlauf.

Kläranlage 2012
Die Kläranlage Speichersdorf im Jahr 2012
Kläranlage Speichersdorf
Bauzaunbanner an der Einfahrt zur Kläranlage
Spatenstich zur Generalsanierung der Kläranlage Speichersdorf
Spatenstich zur Generalsanierung der Kläranlage Speichersdorf
Spatenstich für das Rechen- und Sandfanggebäude mit der Firma Bauer

Was kostet mich die Kläranlage?

Die Finanzierung der Kläranlagenerweiterung und -sanierung erfolgt über Zuschüsse, Verbesserungsbeiträge und Gebühren. Durch den nachhaltigen Einsatz konnten die Zuschüsse nochmals auf nunmehr 1,9 Mio. Euro gesteigert werden. Dennoch beträgt der sog. „umlagefähige Aufwand“ 8.878.021,26 Euro. Diese Kosten werden nach dem Beschluss des Gemeinderates zu 80 % auf Verbesserungsbeiträge und zu 20 % auf Gebühren umgelegt.

Verbesserungsbeitrag auf drei Tranchen

Somit ergibt sich ein einmaliger Verbesserungsbeitrag von 8,31 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche. Die Geschossfläche ermittelt sich aus den Außenmaßen des Gebäudes in allen Geschossen. Um die Belastung für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, so moderat wie möglich zu halten, hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, die Verbesserungsbeiträge auf drei Tranchen einzuheben. Der erste Vorauszahlungsbescheid wird voraussichtlich im Oktober 2021 an Sie versandt werden und eine Abschlagszahlung in Höhe von 40 Prozent enthalten. Sie haben dann vier Wochen Zeit, den Betrag an die Gemeinde zu überweisen. Die zweite Abschlagszahlung in Höhe von ebenfalls 40 Prozent ist für Oktober 2022 und die dritte für das Jahr 2024 vorgesehen. Die Abwassergebühren erhöhen sich durch die Generalsanierung der Kläranlage um 0,53 Euro pro Kubikmeter Abwasser.

An der Grenze der finanziellen Belastbarkeit?

Sollten Sie derzeit nicht in der Lage sein, die Beitragsschuld zu bezahlen, besteht kein Grund zur Panik. Die Gemeinde Speichersdorf räumt die Möglichkeit ein, durch einen formlosen schriftlichen Antrag Billigkeitsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. So können Beiträge über einen gewissen Zeitraum gestundet und/oder eine Ratenzahlungsvereinbarung getroffen werden. Der Zinssatz für die Zeit der Stundung beläuft sich auf 2 % über dem jeweiligen Leitzins der Europäischen Zentralbank. Dieser beläuft sich aktuell auf -0,88 %, sodass die Stundungszinsen derzeit 1,12 % betragen (Stand: 12.05.2021).

Besuch bei Staatsminister Thorsten Glauber
Das Bild zeigt das Arbeitstreffen von Bürgermeister Christian Porsch mit seiner Verwaltung bei Staatsminister Thorsten Glauber.

Fragen und Antworten

Warum muss ich für die Kläranlagenverbesserung mit bezahlen?

Die Erhebung von Beiträgen bei Verbesserungen von öffentlichen Einrichtungen wie Kläranlagen ist im Art. 5 bayerisches Kommunalabgabengesetz  (KAG) bayernweit einheitlich gesetzlich geregelt. Da Kommunen haushaltsrechtlich verpflichtet sind, Gebühren und Beiträge vor einer weiteren Kreditaufnahme einzuheben, werden bei größeren Sanierungsmaßnahmen üblicherweise Verbesserungsbeiträge erhoben.

Ich bin Mieter. Erhalte ich auch einen Verbesserungsbeitragsbescheid?

Nein. Beitragspflichtig sind die Gebäudeeigentümer.

Wann kommt die Gebührenerhöhung zum Tragen?

Die nächste turnusmäßige Globalkalkulation der Abwassergebühren steht Ende des Jahres 2022 an. Dann wird auch der 20%ige Kostenanteil der Kläranlagensanierung, der auf Gebühren umgelegt wird, mit eingerechnet. Nach den aktuellen Planungen soll die neue Gebührensatzung zum 1.1.2023 in Kraft treten. Bis dahin bleibt die aktuelle Abwassergebühr von 2,67  Euro pro Kubikmeter Abwasser erhalten.

Warum wird die Kläranlage nicht komplett oder zu einem Großteil über Gebühren finanziert?

Durch die komplette Umlage der Kosten auf die Abwassergebühren würde diese auf über 5 Euro pro Kubikmeter Abwasser steigen. Derzeit beträgt die Abwassergebühr 2,67 Euro/m³. Unter den hohen Gebühren würden vor allem Familien leiden, die in der Regel mehr Wasser verbauchen und dadurch mehr Abwasser produzieren.

Zudem würde die kalkulatorische Verzinsung des Kredites dazu führen, dass die Gemeinde allein in den kommenden acht Jahren 1,3 Mio. Euro mehr für die Kläranlagensanierung finanzieren müsste. Die Verschuldung der Gemeinde würde sich von jetzt 6,2 Mio. Euro auf dann 15 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Dadurch wäre die Handlungsfähigkeit der Gemeinde stark eingeschränkt, etwa bei kommenden Projekten wie der Generalsanierung der Schule, der Überplanung der Speichersdorfer Mitte mit einem Generationenspielplatz oder des Bahnhofsumfeldes.

Ich wohne in einem Ortsteil, der nicht an die zentrale Kläranlage in Speichersdorf angeschlossen ist. Werde ich trotzdem zu Verbesserungsbeiträgen herangezogen?

Ja. Das Satzungsgebiet ist deckungsgleich mit dem Gemeindegebiet. Lediglich Gebäude, die über eine eigene Kleinkläranlage verfügen, sind ausgenommen. Die Ortsteile Wirbenz, Haidenaab und Göppmannsbühl sind zwar an die Kläranlage in Kemnath angeschlossen, in Frankenberg wurde eine eigene kleine Kläranlage errichtet. Dennoch werden die Verbesserungsbeiträge und die Gebühren auch in diesen Ortsteilen erhoben. Hintergrund ist das Solidarprinzip. Denn im Gegenzug dazu wurden und werden die Kosten für den Anschluss nach Kemnath und die Errichtung der Frankenberger Kläranlage auch auf die Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Gemeindegebiet verteilt.

Was sind Einwohnergleichwerte?

Im Rahmen der Sanierung wird die Kapazität unserer Kläranlage von 4999 Einwohnergleichwerte (EWG) auf 8000 EWG erweitert. Dies bedeutet nicht, dass die Anlage auf 8000 Personen ausgelegt ist. Unter Einwohnergleichwert ist zu verstehen:

Umrechnungsfaktor zur Bemessung von Anlagen zur Abwasserreinigung.
Dabei wird die Schmutzfracht von industriellen oder gewerblichen Abwässern bezogen auf die durchschnittliche Schmutzlast von häuslichem Abwasser je Einwohner. Zur Herstellung von 1000 l Bier fallen in einer Brauerei beispielsweise Abwassermengen an, die 150–350 EWG entsprechen. Die in einer kommunalen Kläranlage zu behandelnde Schmutzfracht ergibt sich damit aus der Zahl der effektiv angeschlossenen Einwohner und den Einwohnergleichwerten des gewerblichen und industriellen Abwassers.
(Quelle: Lexikon der Geowissenschaften)

Wussten Sie schon?

Durchschnittlich produziert eine Person in unserer Gemeinde rund 40 Kubikmeter Abwasser pro Jahr.

Fragezeichen
Wir beantworten Ihre Fragen

Welche Verbesserungen werden an der Kläranlage vorgenommen?

Die Gemeinde erhebt einen Beitrag zur Deckung ihres Aufwandes für die Verbesserung und Erneuerung der Entwässerungseinrichtung durch folgende Maßnahmen: Neubau und Umbau der bestehenden Kläranlage aus den 80er-Jahren in eine modernisierte Kläranlage mit 8.000 EW60 zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Qualität der Abwasserreinigung

1.1        Abbruch der Kläranlage aus den 1960er Jahren

Das alte Becken Emscher Becken und die alte Nachklärung werden abgebrochen und entsorgt.

1.2        Abwasserleitung zur Kläranlage

Umbau der bestehenden Abwasserförderung im bestehenden Regenüberlaufbecken auf dem Kläranlagen-Gelände. Errichtung von 4 Stück trocken im Kellergeschoss auf-gestellten Pumpen zur Förderung des zufließenden Abwassers in die mechanische Reinigungsstufe. Die Stahlbetonbausubstanz des Kellergeschosses einschl. Fliesenbelag werden saniert.

1.3        Mechanische Reinigungsstufe

Neubau des teilunterkellerten Rechenhauses mit den Außenmaßen:

L x B  =  ca. 6,74 m x 16,49 m

Darin werden untergebracht:

  • Edelstahlkompaktanlage bestehend aus Feinrechen, belüftetem Sand- und Fettab-scheider, Fett- und Schwimmstoffabzug, Rechengutwaschpresse mit automatischem Austrag in einen Rechengutrollcontainer, Sandwäsche mit automatischen Austrag in einen Sandgutrollcontainer.
  • Im Kellergeschoss werden 2 Primärschlammpumpen installiert, die den Primär-schlamm von der Primärschlammvorlage zum Faulturm fördern.
  • Druckerhöhungsanlage und Druckbehälter für die Erhöhung des Betriebsdrucks der Brauchwasserversorgung auf dem Kläranlagen-Gelände.
1.4        Vorklärung

In diesem Anlagenteil wird ein Teil der organischen Abwasserinhaltsstoffe ab-geschieden, gesammelt und den Primärschlammpumpen zugeführt.

Neubau eines Stahlbeton-Vorklärbeckens unmittelbar hinter dem neuen Rechenhaus. Dieses Vorklärbecken hat die Außenmaße L x B = ca. 4,6 m x 21,3 m bei einer mittleren Tiefe von ca. 2,0 m.

Im Vorklärbecken wird eine maschinelle Schlammräumeinrichtung eingebaut, die den abgesetzten Schlamm aus organischen Abwasserinhaltsstoffen zu der Primär-schlammvorlage schiebt.

1.5        Biologische Reinigungsstufe
  • Die beiden bestehenden Belebungsbecken (V ~ 470 m³) werden wie folgt baulich saniert: die alte Druckbelüftung wird ausgebaut und entsorgt. Beide Becken erhalten neue Zu- bzw. Ablaufschächte. Die neue Beckenbelüftung erfolgt mit am Beckenboden angeordneten Membranbelüftern; die Umwälzung des Abwasserkörpers übernehmen Tauchmotorrührwerke. In den Becken werden Rezirkulationspumpen eingesetzt, die das Abwasser-Schlamm-gemisch zum alten Nachklärbecken fördern.
  • Neubau eines dritten Belebungsbeckens  (V ~ 540 m³)Dieses Becken und der Zu- bzw. Ablaufschacht werden aus Stahlbeton hergestellt mit den Außenmaßen L x B = 11,8 m x 11,8 m bei einer mittleren Beckentiefe von Tm ~ 4,90 m.
  • Die Umwälzung des Abwasserkörpers erfolgt durch Tauchmotorrührwerke.
1.6        Umbau der bestehenden Nachklärung in ein Denitrifikationsbecken

Die vorhandene Nachklärung wird in ein Denitrifikationsbecken mit einem Volumen von ca. 820 m³ umgebaut. Nach dem Ausbau der alten Räumerbrücke und dem mittigen Auflager werden die Wände um ca. 1,2 m erhöht und ein neuer Zulauf- und Ablaufschacht angebaut. Die alte Betonsubstanz wird umfassend erneuert.

Zur Umwälzung des zugeleiteten Abwassers wird ein Tauchmotorrührwerk eingesetzt.

1.7        Neubau eines Nachklärbeckens mit Messschacht und Pumpschächten
  • Für die Trennung des Belebtschlammes vom gereinigten Abwasser wird ein kreis-rundes Nachklärbecken, Durchmesser ca. 22,0 m und einer Tiefe am Rand von  TR = 4,70 m neu errichtet.
  • Einbau eines langsam fahrenden Schildräumers, um den abgesetzten Schlamm vom Beckenboden abzuziehen und über Abzugsleitungen zum Überschuss- und Rücklaufschlammschacht zu leiten.
  • Diese seitlich am Nachklärbecken angebauten Schlammschächte nehmen 2 Pumpen für den Rücklaufschlamm (zu den Belebungsbecken) und 1 Pumpe für den Überschussschlamm (zum Faulturm) auf.
  • Einem weiteren Schacht am Nachklärbecken fließt das Abwasser aus dem neuen Betriebsgebäude und das Abwasser aus der Schlammpresse zu; dieses Abwasser wird über separate Pumpen zum Rechenhaus gepumpt.
1.8        Probenahme – Messschacht

Ablaufseitig der neuen Nachklärung wird der Probenahme- und Messschacht vor-gesehen. Hier sind die Abwassermesseinrichtungen und für den Hochwasserfall im „Altholzgraben“ ein Pumpwerk untergebracht.

1.9        Neubau Betriebsgebäude mit Schlammhalle

Hier sind folgende Räume untergebracht:

  • Schaltwarte
  • Elektrobetriebsraum
  • WC, Dusche und Umkleide
  • Aufenthaltsraum
  • Labor
  • Maschinen für die Schlammentwässerung (Eindicker und Schlammpresse)
  • Aggregate zur Klärgasreinigung und Kraft-Wärme-Kopplung im Blockheizkraftwerk
  • Stellfläche für Schlammabfuhrcontainer.

Die Bauwerksaußenmaße betragen L x B:  ca. 25,9 m x 8,75 m.

1.10      Umbau des bestehenden Betriebsgebäudes

Das vorhandene Betriebsgebäude wird entkernt und wie folgt umgebaut.

Es werden im Betriebsgebäude folgende Räume errichtet:

  • Gebläseraum
  • Elektroschaltraum
  • WC Damen
  • Werkstatt
  • Dachboden wird Lagerraum.
1.11    Komplette Erneuerung der gesamten EMSR-Technik                    (Elektrische Mess-, Steuer- und Regeltechnik)
  • Niederspannungs-Hauptverteilung
  • Niederspannungs-Unterverteilungen
  • Hauptleitungen und Haupttrassen
  • Kabelleerohrsystem mit Kabelschächten
  • Prozessleittechnik PLS/PLT
  • Automatisierungssysteme SPS
  • Komplett neue Messtechnik
  • Schalt- u. Steuergeräte
  • Vorortbedienungen
  • Allgemeine Elektroinstallation
  • Beleuchtungskörper innen und außen
  • Schwachstromanlagen
  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • Blitzschutz- u. Erdungsanlagen
1.12      Faulturm mit separatem Gasspeicher
  • Neubau eines wärmegedämmten Faulturms, V = 350 m³, aus Stahlbeton zur Gas-gewinnung aus den Schlämmen der Abwasserreinigung und zur Volumenreduzierung des zu entsorgenden Klärschlammes.
  • Neubau eines Membrangasspeichers.
1.13      Pumpwerk für ausgefaulten Schlamm

Bau eines Schachtpumpwerks mit 2 Pumpen um den ausgefaulten Schlamm zu der Schlammentwässerung oder zum Schlammstapelbehälter zu fördern.

1.14      Fällmittelstation zur Phosphorelimination

Um die niedrigen Phosphorablaufwerte einzuhalten müssen Fällmittel dem Abwasser-reinigungsprozess zugeführt werden. Dieses Fällmittel wird in einem Kunststofftank
(V ~ 20 m³), der auf einer Betonplatte aufgestellt wird, bevorratet.

1.15      Schlammstapelbehälter

Der vorhandene Schlammstapelbehälter wird an der Bausubstanz verbessert. Die maschinentechnische Ausrüstung wird erneuert.

1.16      Trink- und Brauchwasser

Die vorhandene Trinkwasser- und Brauchwasserbereitstellung wird den neuen Gegebenheiten angepasst. Brauchwasserverteilung erfolgt über ein eigenes Rohrnetz zu Spül- und Reinigungszwecken.

1.17      Straßen und Wege

Zufahrten zu den Gebäuden und Bauwerken, die vom Lastkraftwagen angefahren werden müssen erhalten asphaltierte Straßen; die übrigen Wege in der Kläranlage werden mit Betonpflaster ausgeführt. Alle übrigen Flächen werden begrünt oder mit Schotterrasen hergestellt.

1.18      Einzäunung, Beleuchtung

Das gesamte Kläranlagengelände wird eingezäunt und mit Mastleuchten ausgeleuchtet.

Zufahrtstore sind wie bisher im Westen, Süden und Norden des Geländes vorgesehen.

1.19      Rohrleitungen und Kabel

Neubau der notwendigen Kabel und Rohrleitungen von, zu und zwischen den Bau-werken der Kläranlage.

Betriebsgebäude Kläranlage Speichersdorf
Am neuen Betriebsgebäude wurde im April 2021 Richtfest gefeiert.

Kontakt

Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns einfach.

Menü